Vom Kreuz der Planung zum Schlafenden Phönix – und warum sich mit 34/20 unser Verhältnis zu Krieg und Frieden radikal verändern könnte
Stell dir vor es ist Krieg und keiner geht hin.
Ein Satz, den ich in letzter Zeit häufiger lese und der mich in vielerlei Hinsicht beschäftigt. Und ich bin sicher nicht die, die sich ständig mit politischen Inhalten beschäftigt, geschweige denn selbst politische Beiträge schreibt, aber als ich vor ein paar Tagen über einen Post bei Instagram stolperte, der mich wirklich sehr zum Nachdenken gebracht hat, muss ich nun doch mal etwas dazu teilen.
In diesem Post ging es darum, dass ab 2027 junge Männer wieder verpflichtend gemustert werden. Und ich merke, wie sehr mich allein dieses Wort „verpflichtend“ daran beschäftigt. Da haben wir ihn wieder unseren Gemeinschaftsvertrag im Kreuz der Planung.
Wenn das Kollektiv über deinen Körper verfügen will
Aber was mich daran eigentlich so aufwühlt: Wir reden hier von Kindern ‼️
Mag sein, dass sie vor dem Gesetz schon als „erwachsen“ gelten, aber das sind Kinder, die gerade erstmal anfangen ihr eigenes Leben zu entdecken. Sie sind unschuldig. Und wir VERPFLICHTEN sie dazu ihren Körper darauf untersuchen zu lassen, ob er im Ernstfall (und wer bestimmt den dann?) für einen militärischen Zweck geeignet wäre. Und allein das finde ich schon übergriffig ehrlich gesagt. Es ist ihr Körper, nicht unserer, nicht der des Staates, nicht der des „Vaterlandes“.
Und natürlich weiß ich, dass diese Musterung nicht bedeutet, dass sie direkt in den Krieg geschickt werden, denn der ist ja schließlich immer noch „freiwillig“ – also solange bis eine Bedarfswehrpflicht beschlossen wird, wenn sie für notwendig gehalten wird. Naja, und dann hätte man eben schon mal alle nötigen Unterlagen, um zu wissen, welche Körper grundsätzlich für den Wehrdienst geeignet wären.
Mir wird schlecht 🤢
Die absurde Logik von Krieg und Aufrüstung
Doch das ganze führt mich eigentlich zu einer noch tieferen Frage:
Wie kann es eigentlich sein, dass wir Menschen überhaupt noch Kriege führen? Haben wir nichts dazu gelernt?
Wir halten uns für die intelligenteste Spezies dieses Planeten.
Wir fliegen ins Weltall, spalten Atome, transplantieren Herzen, entwickeln künstliche Intelligenz und tragen mit unserem Smartphone einen Zugang zum Wissen der halben Menschheitsgeschichte in unserer Hosentasche herum. Und gleichzeitig sind wir emotional offenbar noch immer so unausgereift, dass uns auf die Angst vor einem anderen Menschen nichts Besseres einfällt, als eine Waffe zu bauen, die größer ist als seine. Das Ego lässt grüßen.
Und warum bauen wir Waffen? Weil die anderen auch welche haben.
Wenn die anderen aufrüsten, müssen wir ebenfalls aufrüsten, weil wir sonst irgendwann unterlegen sein könnten. Woraufhin die anderen wiederum einen guten Grund haben, noch mehr aufzurüsten. Wir bauen also Waffen, um uns vor Waffen zu schützen, und erschaffen dabei immer mehr von genau dem, wovor wir uns eigentlich schützen wollen.
Wir bekämpfen uns vielleicht nicht mehr wie wilde Tiere, aber wir benutzen unseren hochentwickelten Verstand dazu, um unsere archaischsten Ängste immer effizienter auszuleben. Wir sind intelligent genug, eine Atombombe zu bauen, aber offenbar noch nicht bewusst genug, um eine Welt zu erschaffen, in der wir keine brauchen.
Mal ganz unter uns: Wie intelligent kann eine Spezies eigentlich sein, die seit Jahrtausenden immer wieder in derselben Schleife landet?
Also nehmen wir nochmal den Satz: „Stell dir vor es ist Krieg – und keiner geht hin.“
Denn um einen Krieg zu führen, braucht es Menschen!
Menschen wie dich und mich, die bereit sind aus Angst, selbst das Opfer zu sein, die Waffe in die Hand nehmen, um sich zu verteidigen. Aber was, wenn der Mensch auf der anderen Seite seine Waffe aus genau demselben Grund trägt?
Denn ganz ehrlich, ein Staat kann nicht schießen.
Eine Regierung kann nicht an einer Front stehen.
Eine Nation kann keine Waffe halten.
Am Ende braucht jeder Krieg Menschen, die bereit sind, ihn zu führen. Und die meisten Menschen tun es, weil sie Angst haben, nicht weil sie machtgeil sind oder die andere Seite hassen. Und sie glauben, dass sie in ihrer Gemeinschaft, ihrem Land, ihrem Staat Sicherheit finden können.
Was Human Design damit zu tun hat
Und genau an dieser Stelle musste ich an Human Design denken. Nicht weil das Kreuz der Planung den Krieg hervorgebracht hätte. Menschen führen Kriege seit Jahrtausenden. Aber schaut euch einmal an, wie wir auf unsere Angst vor Krieg reagieren.
Wir organisieren uns.
Wir schließen Bündnisse.
Wir bauen Armeen.
Wir rüsten auf.
Wir schützen unser Land, unsere Grenzen, unsere Gemeinschaft.
Und wenn die freiwillige Bereitschaft des Einzelnen irgendwann nicht mehr ausreicht, beansprucht das Kollektiv im Zweifel seine Loyalität.
Wir schützen dich. Also schützt du uns.
Und genau darin erkenne ich den Vertrag aus dem Kanal 37/40 des Kreuzes der Planung in seiner vielleicht radikalsten Form.
Das Kreuz der Planung und der Preis des großen Wir
Seit mehr als 400 Jahren leben wir unter einer globalen Hintergrundfrequenz, deren dominierender Kanal 37/40 ist. Der Kanal der Gemeinschaft und des Bargains.
Dieser globale Hintergrund hat uns eine Welt ermöglicht, in der das große Wir unglaublich viel trägt. Wir sorgen füreinander, organisieren Versorgung, Sicherheit, Bildung, soziale Systeme und all die Dinge, die ein einzelner Mensch niemals alleine gewährleisten könnte. Die Gemeinschaft sorgt für mich und dafür stelle ich meine Arbeitskraft der Gemeinschaft zur Verfügung. Und diese Arbeitskraft kommt aus dem Ego. Ausgerechnet aus dem Zentrum, das sich verpflichten kann.
Ich leiste etwas für dich und du leistest etwas für mich.
Genau darauf kann dieser ganze Deal überhaupt aufbauen. Wenn die Gemeinschaft für dich sorgt, schuldest auch du der Gemeinschaft etwas. Du leistest deinen Beitrag, hältst dich an die Abmachungen und bist loyal gegenüber dem Ganzen. Und wenn man diesen Gedanken bis zu seiner radikalsten Konsequenz verfolgt, landet man wieder genau bei der Wehrpflicht.
Denn wenn das Überleben der Gemeinschaft bedroht ist, reicht es plötzlich nicht mehr, dass du arbeitest, Steuern zahlst und deinen gesellschaftlichen Beitrag leistest. Dann beansprucht das Kollektiv im Zweifel deinen Körper, deine Kraft und vielleicht sogar dein Leben.
Vielleicht ist die verpflichtende Musterung deshalb gerade ein so krasses Bild für das Ende dieses Zyklus. Das Kollektiv sagt: Wir hoffen, dass genügend von euch freiwillig kommen. Aber falls das irgendwann nicht mehr reicht, möchten wir zumindest schon einmal wissen, auf wen wir zurückgreifen können.
Und ausgerechnet diese Hintergrundfrequenz endet 2027.
Human Design 2027: Vom Kreuz der Planung zum Schlafenden Phönix
Denn wenn wir uns die beiden dominierenden Kanäle des Kreuzes der Planung und des Kreuzes des Schlafenden Phönix anschauen, könnte die Verschiebung kaum radikaler sein.
Wir wechseln vom 37/40 zum 34/20.
Und wer darin die große friedliche neue Welt sehen möchte, sollte vielleicht noch einmal genauer hinschauen. Denn wir wechseln nicht von Kraft zu Frieden. Im Zentrum des Schlafenden Phönix steht mit Tor 34 eine gewaltige sakrale Macht, die Energie für das Überleben selbst. Nur dient diese Kraft nicht mehr dem Überleben der Gemeinschaft, sondern dem Überleben des Individuums.
Denn Kanal 34/20 hat kein Ego, das sich für die Gemeinschaft verpflichtet. Er gehört zur Integration. Hier gibt es keinen Gemeinschaftsvertrag, keine Absprache, keine gegenseitige Verpflichtung und kein „Ich gebe euch meine Kraft und dafür sorgt ihr für mich“. Diese Mechanik ist schlicht nicht da.
Und genau das ist der fundamentale Unterschied:
👉 37/40: Meine Kraft für UNSER Überleben.
👉 34/20: Meine Kraft für MEIN Überleben.
Wenn das große „Wir brauchen deine Kraft“ nicht mehr funktioniert
Und jetzt schau noch einmal auf die verpflichtende Musterung.
Da möchte ein Kollektiv ausgerechnet am Ende des Kreuzes der Planung wissen, auf welche Körper es im Ernstfall zurückgreifen kann, während wir gleichzeitig auf eine globale Hintergrundfrequenz zulaufen, deren dominierende Kraft diese Verpflichtung gegenüber dem großen Wir überhaupt nicht in sich trägt.
Und vielleicht liegt genau darin eine der großen Spannungen der kommenden Jahrzehnte.
Vielleicht machen die Menschen irgendwann einfach nicht mehr mit.
Nicht weil plötzlich alle Pazifisten geworden sind. Nicht weil die Menschheit gemeinsam erkannt hat, dass Krieg scheiße ist und wir uns jetzt alle liebhaben. Sondern weil dieses große „Wir brauchen deine Kraft“ möglicherweise immer weniger Boden findet.
Ihr braucht meinen Körper für euren Krieg? Ihr braucht meine Kraft, damit euer System weiterbestehen kann?
Aber was hat das mit meinem Überleben zu tun?
Das Kreuz der Planung verschwindet nicht über Nacht
Und natürlich verschwindet die Welt des Kreuzes der Planung nicht einfach 2027.
Die Systeme stehen noch.
Die Staaten stehen noch.
Unsere sozialen Strukturen stehen noch.
Und vor allem leben hier weiterhin Milliarden Menschen, die in dieser alten Hintergrundfrequenz geboren und von ihr geprägt wurden.
Das große Wir wird also nicht einfach sagen: „Ach okay, unsere Zeit ist vorbei, dann lösen wir uns mal auf“. Diese Strukturen werden weiterhin Menschen brauchen. Sie werden weiterhin Arbeitskraft brauchen, Solidarität, Loyalität und die Bereitschaft des Einzelnen, seine eigenen Interessen für das große Ganze zurückzustellen. Und im äußersten Fall eben auch seinen Körper. Nur trifft dieses alte Prinzip zunehmend auf eine vollkommen andere Hintergrundfrequenz.
Ein System, das auf die Verpflichtung des Einzelnen angewiesen ist, trifft auf eine Kraft, die diese Verpflichtung überhaupt nicht kennt.
Und ich glaube, genau diese Reibung werden wir noch eine ganze Weile beobachten können.
Ist unsere Vorstellung von Frieden noch Kreuz der Planung?
Aber daraus jetzt zu schließen, dass endlich Frieden kommt, wäre genauso naiv. Und vielleicht ist sogar unsere Vorstellung von Frieden noch zutiefst Kreuz der Planung. Wir schließen Friedensverträge, bilden Bündnisse, vereinbaren gemeinsame Regeln und verpflichten uns gegenseitig, bestimmte Grenzen nicht zu überschreiten. Du greifst mich nicht an. Ich greife dich nicht an. Wir halten uns an unsere Vereinbarung.
Selbst unser Frieden ist ein Vertrag.
Und auch wenn heute Tausende Menschen gemeinsam gegen Krieg auf die Straße gehen, sehe ich darin noch dieselbe Mechanik. Wir schließen uns zusammen, bündeln unsere Kraft für eine gemeinsame Sache und landen nicht selten wieder bei einem Wir gegen die anderen. Selbst unsere Vorstellung einer besseren Welt lautet häufig: Irgendwann erkennen wir, dass wir alle zusammengehören und erschaffen gemeinsam eine friedlichere Welt.
Aber sorry, wenn ich hier die rosa Brille einmal abnehmen muss. Der Schlafende Phönix bringt uns nicht das nächste schönere Wir. Diese Romantisierung der neuen Hintergrundfrequenz hat nichts mit ihrer eigentlichen Qualität zu tun.
Diese neue Frequenz ist radikal individuell.
Der Schlafende Phönix und die Macht des individuellen Überlebens
Und das bedeutet eben nicht nur, dass die Verpflichtung gegenüber der Gemeinschaft wegfällt. Mit Tor 34 rückt eine Macht in den Vordergrund, die ganz unmittelbar mit dem Überleben des Individuums verbunden ist. Diese Kraft ist nicht dafür da, das Kollektiv zu erhalten. Sie ist da, um den Einzelnen in seiner Individualität am Leben zu erhalten. Und wenn mein eigenes Überleben bedroht ist, dann steht diese Macht zur Verfügung.
Nicht für eine Idee.
Nicht für eine Gemeinschaft.
Nicht weil jemand sagt, dass ich jetzt meinen Beitrag leisten muss.
Sondern weil es um mein Leben und meine Integrität geht.
Das ist eine ziemlich gewaltige Verschiebung: Die Kraft, die sich nicht mehr selbstverständlich für das Überleben des großen Wir verpflichten lässt, kann gleichzeitig mit aller Macht für das eigene Überleben einstehen.
Und spätestens hier könnte man natürlich fragen, ob das wirklich nach einer friedlicheren Welt klingt. Denn wenn eine solche individuelle Überlebenskraft in den Vordergrund rückt, warum sollte daraus automatisch weniger Kampf entstehen?
Tor 34 in der 6. Linie: Wann ist genug wirklich genug?
Und genau an dieser Stelle wird die 34 in der 6. Linie interessant, mit der wir in das neue Zeitalter starten. Sie trägt den Namen gesunder Menschenverstand = zu wissen, wann genug genug ist.
Das beschreibt keine Macht, die schwächer wird oder aufhört, für das eigene Überleben einzustehen. Die Macht bleibt essenziell. Aber die 6. Linie erkennt, dass es etwas anderes ist, die eigene Macht zu besitzen, als sie permanent gegen andere einsetzen zu müssen.
Wie oft willst du jemanden noch bekämpfen? Wie lange willst du deine eigene Kraft dafür verbrauchen, deine Macht gegenüber einem anderen durchzusetzen?
Irgendwann ist genug.
Nicht weil wir plötzlich alle friedliebende Menschen geworden sind, sondern weil permanenter Machtkampf die eigene Kraft auffrisst. Die 34 braucht ihre Macht für das eigene Überleben und genau deshalb muss sie sie nicht permanent im Kampf gegen andere verschwenden.
Und vielleicht müssen wir deshalb sogar unsere Vorstellung davon verändern, was Frieden überhaupt bedeutet. Vielleicht braucht es dafür irgendwann nicht mehr dieses große kollektive Versprechen: Wir verpflichten uns gegenseitig, friedlich miteinander zu leben. Vielleicht beginnt das, was wir dann noch Frieden nennen würden, viel individueller bei einem Menschen, der die Macht besitzt, für sein eigenes Überleben einzustehen, aber keinen Grund darin sieht, diese Macht permanent gegen andere einzusetzen.
Und plötzlich bekommt der Satz vom Anfang noch einmal eine ganz andere Bedeutung:
“Stell dir vor es ist Krieg und keiner geht hin.”
Vielleicht könnte genau das tatsächlich passieren. Vielleicht wird es für ein Kollektiv immer schwieriger, Menschen über Pflicht, Loyalität und Gemeinschaft dazu zu bewegen, ihre körperliche Kraft für dessen Überleben zur Verfügung zu stellen.
Aber ob es deshalb auf dieser Welt friedlicher wird?
Ganz ehrlich? Ich weiß es nicht.
Denn was jetzt in den Vordergrund rückt, ist nicht weniger Macht, sondern eine andere Macht. Mit Tor 34 wird die sakrale Kraft für das Überleben des Individuums zu einem dominierenden Thema der neuen Hintergrundfrequenz. Vielleicht gehen Menschen irgendwann nicht mehr los, weil ihr Land sie zum Kampf ruft. Aber wenn ihr eigenes Leben und Überleben bedroht ist, sind sie bereit für sich selbst zu kämpfen – und zwar mit aller Macht.
Und genau deshalb sollten wir aufhören, aus 2027 ein neues Heilsversprechen zu machen. Der Schlafende Phönix verspricht uns keinen Weltfrieden. Vielleicht müssen wir erst einmal begreifen, dass wir gerade von einer Welt, die Überleben über Gemeinschaft, Verpflichtung und gegenseitige Deals organisiert, in eine Zeit gehen, in der die Macht zum Überleben viel radikaler beim Individuum selbst liegt.
Und dann lautet die Frage vielleicht nicht mehr:
Wie schaffen wir gemeinsam Frieden?
Sondern:
Was passiert mit Krieg, wenn das große Wir die Kraft des Einzelnen nicht mehr selbstverständlich für sich beanspruchen kann?
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Bereit, wenn du es bist.
Deine,



